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"Das beste Gedächtnis ist nichts gegen einen guten Pinsel" sagt ein altes chinesisches Sprichwort, will sagen, der beste Pinsel ist nichts, wenn der Benutzer ihn zu pflegen vergißt.
Ein paar wichtige Grundsätze zur Pinselpflege:
1. Die Pinsel immer erst mal ausstreichen. So kann man den größten Teil der noch im Pinsel vorhandenen Farbe entfernen.
2. Wasserlösliche Naturfarben mit handwarmem Wasser auswaschen und mit Marseiller Seife nachwaschen. Der Vorteil der Marseiller Seife ist, daß das Fett im Pinsel bleibt und er so leichter wieder in seine ursprüngliche Form kommen kann. Sehr gut ist es, die Pinsel nach dem Reinigen kurz in eine stark verdünnte Farbenleim- oder Gummi arabicum - Lösung zu tauchen, um sie dann vor dem Trocknen wieder in die richtige Form zu bringen.
3. Pinsel, mit denen man Ölfarben oder Öllackfarben gestrichen hat, ausstreichen, ggf. mit einem Lappen die Restfarbe vom Pinsel streifen, dann den Pinsel unter warmem Wasser mit Marseiller Seife sauberwaschen. Auch wenn der Pinsel vorher in einer Balsamterpentin- oder Orangenschalenöllösung gereinigt wurde, in jedem Fall mit warmem Wasser und Marseiller Seife nachwaschen. Auf keinen Fall dürfen stark entfettende Seifen genommen werden. Beim Auswaschen muß der Pinselkörper gut durchgerieben werden. Die Farbrückstände setzen sich sehr gern am Zwingenrand ab.
Nachdem man den Pinsel wieder nach der Leimlösung in seine ursprüngliche Form gebracht hat (den Pinsel dressieren), hängt man ihn am besten bei Raumtemperatur zum Trocknen auf. Den Pinsel trocknen lassen heißt nicht, ihn auf die Heizung zu legen oder in die pralle Sonne. Gut gepflegte Pinsel halten Jahrzehnte und werden in den anstrichtechnischen Eigenschaften immer besser, je älter sie werden - sie müssen richtig eingearbeitet werden. Ein nicht sorgfältig gereinigter Pinsel zeigt schon nach kürzestem Gebrauch, daß sich die Pinselhaare spreizen, Farbrückstände verbleiben in der Zwinge, die Haare oder auch Borsten brechen am Zwingenrand. Wenn Pinsel zu lange im Wasser stehen, quillt das Haar und die gelöteten Zwingen platzen auf.